Kampagne „Zähne zeigen“ der KZBV weiterhin mittragen, fördern und unterstützen
Wortlaut des Antrages:
Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand des DZV , die bundesweit angelegte und weiterentwickelte Kampagne der KZBV „Zähne zeigen“ weiterhin zu unterstützen und zu stärken. Im Rahmen der Kampagne wird die Öffentlichkeit aufgeklärt über die tiefgreifenden Folgen für die Patientenversorgung durch die Einsparmaßnahmen einer mit dem geplanten GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sowohl in die Selbstverwaltung als auch in die Versorgung eingreifenden Gesundheitspolitik.
Der richtige Weg zur Bekämpfung der Volkskrankheit Parodontitis wurde mit der Errungenschaft der neuen PAR-Leistungsstrecke eingeschlagen. Die Zahnärzteschaft hat zudem durch konsequente langjährige Aufklärung und Präventionsarbeit die Mundgesundheit gefördert und verbessert, aber die mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG, 2022) eingeführte strikte Budgetierung für 2023 und 2024 hat der zahnmedizinischen Versorgung erheblich geschadet – mit besonders gravierenden Auswirkungen auf die Parodontitisversorgung.
Auch Informationen zu einer realistischen Umsetzung der sich aus dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ergebenden Änderungen müssen der Bevölkerung angetragen werden. Ziel muss es sein, das Patientenwohl in den Vordergrund zu rücken und im gleichen Maße aber angemessene Rahmenbedingungen für diejenigen zu schaffen, die jeden Tag in den selbstständig und freiberuflich geführten Praxen die Versorgung flächendeckend und wohnortnah sicherstellen.
Hier ist es immens wichtig, die Forderungen und Bemühungen der KZBV auf Bundesebene durch eine informierte geschlossene Kollegenschaft zu unterstützen.
Begründung:
Die Verantwortlichen der Gesundheitspolitik haben einen Referentenentwurf generiert, ohne sich im Bereich der Zahnmedizin auf die Expertise der Verantwortlichen zu stützen, die bisher für eine flächendeckende funktionierende Patientenversorgung gesorgt haben.
Die Bürgerinnen und Bürger müssen über Konsequenzen dieses politischen Fehlhandelns für ihre medizinische und zahnmedizinische Versorgung und Gesundheit aufgeklärt werden. Das gilt im besonderen Maße für die Auswirkungen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes auf die kieferorthopädische Versorgung und auch auf die Parodontitisversorgungsstrecke durch die Wiedereinführung der strikten Budgetierung. Die Forderungen an die Bundesregierung müssen geschlossen gestellt und deren Umsetzung nachgehalten werden.
Die Zahnärzteschaft hat durch umfängliche Präventionskonzepte die Mundgesundheit der Bevölkerung in Deutschland massiv verbessert und dabei die anteiligen Kosten der gesetzlichen Krankenkassen für den zahnärztlichen Bereich von 2001 bis heute 30 % gesenkt.
In Zeiten enormer Zusatzbelastungen durch Inflation und massiv steigende Energie- und Materialkosten hat der Gesetzgeber die Zahnarztpraxen zusätzlich mit Honorarkürzungen und Wiedereinführung der strikten Budgetierung belastet. Die Grenzen der Belastbarkeit und Toleranz wurden massiv überschritten. Hinzu kommt nun noch der Eingriff in die Selbstverwaltung der Zahnärzteschaft.
Auch die Motivation der jungen Zahnärztinnen und Zahnärzte, sich in der zahnmedizinischen Versorgung freiberuflich niederzulassen, schwindet und verstärkt die negative Entwicklung bezüglich einer flächendeckenden und wohnortnahen zahnmedizinischen Versorgung der Bevölkerung.
Ziel der weiterentwickelten bundesweiten KZBV-Kampagne und der zugehörigen regionalen Aktionen wird es sein, die dramatischen Folgen dieser destruktiven gesundheitspolitischen Entwicklung öffentlich zu machen.
Der zunehmenden Kommerzialisierung der Zahnmedizin durch Ausbreitung von versorgungsfremden Investoren muss zudem Einhalt geboten werden. Die Rechte der Selbstverwaltung müssen nachhaltig gestärkt und die Freiberuflichkeit wirkungsvoll gefördert werden.